Layout
 
Die erste Schwierigkeit liegt schon im Designentwurf und der Layouterstellung. Leider wird allzu oft vernachlässigt, dass ein Schaltplan der elektrisch fehlerfrei ist, auch physisch in eine Leiterplatte umsetzbar sein muss. Praktische Beispiele hierfür sind; 105 µm Endkupferstärke und Text mit 75 µm Breite im Layout um Potentiale zu beschriften. Dieser Text wird mit Sicherheit unterätzt. Ein weiteres Beispiel ist ein Layout mit Leiterbahnen, die bei geritzter Kontur genau an der Konturgrenze verlaufen. Als Ergebnis wird die Leiterbahn beschädigt oder abgerissen, da das Werkzeug keilförmig in das Material eindringt und nicht wie eine gerade Linie im Layoutsystem verläuft. Weiterhin dürfen auch die Fertigungstoleranzen nicht außer Acht gelassen werden. Hier hilft besonders die konsequente Auseinandersetzung mit dem Thema der realen Leiterplatten- herstellung und der Optimierung des CAD-Systems, um unrealistische Layouts zu vermeiden.

Kommen Daten aus CAD-Systemen, die nicht oder nur eingeschränkt über DRC-Funktionen (design-rule-check) verfügen oder eigentlich zur Layoutentwicklung ungeeignet sind kommt es zu erhöhtem Aufwand bei der Weiterverarbeitung. Nicht selten müssen diese Daten komplett in Layoutdaten umgewandelt werden, da sonst eine Erstellung von Netzlisten für den elektrischen Test oder der CAM-seitige DRC nicht möglich wären.

Die meisten modernen CAD-Layoutsysteme, die sinnvoll zur Leiterplatten-entwicklung geeignet sind, haben Möglichkeiten, allgemeine oder spezielle Designregeln bezüglich der Herstellbarkeitsanforderungen schon beim auto- matischen Routen zu berücksichtigen. Trotzdem kommt es hier zu denselben Problemen, weil die DRC-Parameter nicht stimmen oder die Fertigungsparameter nicht bekannt sind.

Beispielsweise ist die Frage des Restrings teilweise unklar, da die Herstellungs- weise unklar ist. Die meisten CAD-Systeme legen den Lochdurchmesser auf den Bestückungsdurchmesser fest und das ist gut so. Angaben in den Fertigungs- unterlagen, wie „alle Werte sind Enddurchmesser“, bestätigen dem Leiterplatten- hersteller dieses. Da das Loch durchkontaktiert sein muss, erhält es über galvanische oder chemische Prozesse die Kupferschicht. Dazu muss jedoch das Loch größer gebohrt werden, um letztendlich wieder den Enddurchmesser zu erhalten. Das wirft die Frage auf: Was ist von dem Pad bzw. Restring übrig, wenn der Durchmesser vergrößert wird? Bereits im Layoutentwurf ist diese Ver- größerung zu berücksichtigen. Dazu kann als Faustformel gelten:
Enddurchmesser + 400 µm = Paddurchmesser. Besondere Anforderungen stellen z.B. BGA-Stackups oder Direktkontaktierungen in Fine-Pitch. [weiter]

 
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